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Als Inspirationsquelle ist heute das Internet auch für mich unerlässlich. In meinem Blog sammle ich meine Eindrücke zu den Themen Typografie, Design, Werbung und Kunst.

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31.07.2013

Designstrategie als Umsatzsteigerung

Wie bitte? Design soll den Umsatz stei­gern? Das ist doch nur Behüb­schung! Ja, man muss es halt machen, aber … Genau das beschreibt den Zugang vie­ler Unter­neh­mer zum Thema Design, Gra­fik­de­sign und Mar­ken­stra­te­gie. Und ich kann das gut ver­ste­hen, das Thema ist schlüpf­rig wie eine nasse Seife. Es gibt viele Gurus die behaup­ten, sie haben die Lösung gefun­den und viele die behaup­ten Gurus zu sein. Der eine sagt dies, der andere sagt das, die Preis­un­ter­schiede sind exor­bi­tant … Und was stimmt jetzt?

Die schlimme Nach­richt zuerst. Lei­der stimmt meist alles. Es gibt soviele oft unter­schied­li­che wie ähnli­che Wege das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ziel zu errei­chen. Wenn man dann drei her­aus­ra­gen­den Desi­gnern die glei­che Auf­gabe mit den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen gibt  bekommt man im schlimms­ten Fall drei kom­plett unter­schied­li­che Ergeb­nisse. Und sie haben alle Recht mit ihren Vor­schlä­gen! Krea­ti­vi­tät lässt sich nun mal nicht stan­dar­ti­sie­ren. Zuviel hängt von der Per­sön­lich­keit, dem Stil und der Ent­wick­lungs­ge­schichte jedes ein­zel­nen ab.

Die gute Nach­richt ist, dass es auch eine ein­fa­che Lösung gibt: Ver­trauen und sich auf den Pro­zess ein­las­sen. Gemeint ist jetzt nicht blin­des Ver­trauen, son­dern das Ver­trauen in den Part­ner der Wahl, dass er die Auf­gabe pro­fes­sio­nell löst und vor allem den Unter­neh­mer rich­tig ver­steht. Wich­tig ist auch, dass man sich auf den Pro­zess ein­lässt und gemein­sam den Weg bis zur Lösung geht. Die­ser Pro­zess ist ent­schei­dend für das Ergeb­nis. Gehen beide Par­teien offen, ehr­lich und respekt­voll mit­ein­an­der um, ist schon ein wich­ti­ger Schritt zum gewünsch­ten Ergeb­nis gemacht. In den letz­ten Jah­ren gab es bei mei­nen Prä­sen­ta­tio­nen kaum eine Dis­kus­sion über das Ergeb­nis. Viel­leicht mal hier und da eine Klei­nig­keit, aber ansons­ten wur­den die Lösung so umge­setzt wie ich sie prä­sen­tierte. Warum? Weil durch den Pro­zess davor die Lösungs­fin­dung trans­pa­rent und das Ergeb­nis für den Kun­den nach­voll­zieh­bar ist.

Doch warum ist Design ein wich­ti­ger Fak­tor für Umsatz­stei­ge­rung? Gutes Design ver­folgt eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie und stellt immer den Emp­fän­ger in den Mit­tel­punkt. Gutes Design dient nie nur sich selbst son­dern hat immer einen Zweck. Das kann eine intel­li­gente und selbst­er­klä­rende Pro­gram­mober­flä­che sein, ein über­sicht­li­ches und infor­ma­ti­ves Auto­cock­pit oder ein­fach eine gut gestal­tete Image­bro­schüre , die die Bot­schaf­ten rich­tig und ziel­ge­nau trans­por­tiert. Man arbei­tet schließ­lich viel lie­ber mit einem Pro­gramm, dass gut struk­tu­riert und ein­fach zu bedie­nen ist. Das macht doch viel mehr Freude, oder?

So ist schon der erste Zweck von gutem Design erklärt: Infor­ma­tion inhalt­lich und visu­ell zu struk­tu­ie­ren und so zu gestal­ten, dass das Auge die gewünsch­ten Infor­ma­tio­nen leicht fin­den und auf­neh­men kann. So greift man ein­fach lie­ber zu Sachen, für die man nicht vor­her ein Buch von Bedie­nungs­an­lei­tung lesen muss, damit man nur ansatz­weise ver­steht, wie man sie zu bedie­nen hat. Ein ande­res Bei­spiel sind Info­gra­fi­ken, die einer Zah­len­wüste in einem Geschäfts­be­richt auf ein­mal einen Sinn und Infor­ma­tio­nen ent­lo­cken kann, die man so gar nicht gese­hen hätte.

Was aber kann Design noch? Wie­der­er­ken­nung und emo­tio­nale Bin­dung. Das Offen­sicht­lichste natür­lich zuerst: Die Wie­der­er­ken­nung einer Marke auf visu­el­ler, hap­ti­scher, geschmack­li­cher oder olfak­to­ri­scher Ebene – also mit allen Sin­nen. So kann eine Mar­ken­ver­spre­chen immer wie­der abge­ru­fen und gege­ben wer­den. Denn letzt­lich sind Mar­ken nichts ande­res als Ori­en­tie­rung. Heut­zu­tage exi­si­tert jedoch das Pro­blem, dass alle die Marke ist und einem die per­fekte und ulti­ma­tive Lösung für alle Pro­bleme ver­spricht. Ich habe keine Ahnung wie­viel Jahre Wasch­pul­ver schon wei­ßer als weiß waschen … Hier wird der Zweck der Marke per­ver­tiert und das infla­tio­näre Ver­wen­den von Super­la­ti­ven lässt den Kun­den abstump­fen und des­in­ter­es­siert wer­den. Das per­ma­nente Pene­trie­ren tut natür­lich sein Übri­ges und lässt ihn eher schon mit Abscheu als mit Inter­esse rea­gie­ren. Trotz­dem jedoch kön­nen ehr­li­che, sinn­volle, wert­stif­tende und fun­dierte Mar­ken­ver­spre­chen eine treue und inter­es­sierte Kund­schaft her­vor­ru­fen, die tat­säch­lich eine Bin­dung zum Unter­neh­men auf­bauen und treu sind.

Da man heute sehr genau weiß, wie Men­schen Ent­schei­dun­gen tref­fen, kann man jetzt sehr gut erken­nen, warum Design ein wich­ti­ger Bestand­teil von Umsatz­stei­ge­rung ist. Es ist rich­tig, dass, wenn die Leis­tung nicht stimmt, das beste Design kei­nen Wert hat. Der Kunde wird immer hin­ter den Schein bli­cken. Doch stimmt die Leis­tung ist Design ein wich­ti­ger Fak­tor in der Kun­den­bin­dung und im Ver­kauf. Des­halb muss auch Mar­ken­stra­te­gie nicht in der Mar­ke­ting­ab­tei­lung son­dern in der Unter­neh­mens­füh­rung ange­sie­delt werden.

Schöne Worte, aber gibt es dazu über­haupt Stu­dien? Ja, die gibt es. Auf der einen Seite gibt es inzwi­schen aus­rei­chend fun­dierte Stu­dien zum Thema Ver­kaufs­psy­cho­lo­gie und wie Men­schen Ent­schei­dun­gen tref­fen. Auf der ande­ren Seite hat der Rat für Form­ge­bung, das höchste deut­sche Gre­mium zum Thema Design und inter­na­tio­nal eine der wich­tigs­ten Insti­tu­tio­nen zu die­sem Thema, eine Stu­die ver­öf­fent­licht, die den direk­ten Zusam­men­hang von kon­se­quen­ter Mar­ken– und Designstra­te­gie mit Umsatz­stei­ge­rung auf­zeigt. So zeigt die Stu­die, dass das pro­du­zie­rende Gewerbe, das eine kon­se­quente Mar­ken– und Designstra­te­gie fährt, dop­pelt soviel Umsatz­zu­wachs im Jahre 2011 ver­zeich­nete, wie ohne. Diese Stu­die wurde von ver­gleich­ba­ren Stu­dien in Däne­mark und Groß­bri­tan­nien bestä­tigt. Wer sich diese Stu­die genauer anse­hen möchte, fin­det unten den Link zur PDF-Broschüre des Rates für Formgebung.

Stu­die als PDF Wachs­tums­trei­ber Desi­gn­fo­cus.Wachstumtreiber Designfocus

 

 
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1 Kommentar zu „Designstrategie als Umsatzsteigerung“

  1. […] Gewerbe. Unter­neh­men wie die Auto­in­dus­trie wur­den über­haupt nicht befragt. Diese Umfrage kann hier als PDF her­un­ter­ge­la­den wer­den. Das Ergeb­nis ist ein­deu­tig. Wäh­rend laut sta­tis­ti­schem deutschen […]

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